Veranstaltungen

Auf Grund der aktuellen Situation können wir keine verbindlichen Aussagen bzgl. Ort und Art der hier gelisteten Veranstaltungen machen.
Bitte informieren sie sich selbstständig und zeitnah auf den Websiten der Veranstalter.
21.05.2021 bis 12.09.2021

Ausstellung - Trotz Allem

Ort:
Staatsgalerie Stuttgart
Sonstiges:
Fred Uhlman – ein jüdisches Schicksal

Mit dieser Ausstellung stellt die Staatsgalerie einen bislang zu wenig beachteten „verlorenen Sohn“ Stuttgarts in den Fokus.
Fred Uhlman wurde 1901 in Stuttgart geboren und arbeitete hier ab 1927 als Rechtsanwalt. Im März 1933 musste er ins Exil nach Frankreich flüchten. 1935 begegnete er seiner zukünftigen Frau Diana Croft und zog mit ihr 1936 nach London.

Bereits in Frankreich hatte Uhlman 1934 als Autodidakt mit der Malerei begonnen und setzte dies nun erfolgreich in England fort. Im Juni 1940 wurde er verhaftet und für sechs Monate auf der Isle of Man interniert, wo er Kurt Schwitters begegnete.
Dort entstand der Zyklus „Captivity“, gezeichnet in schwarzer Feder und grauem und schwarzem Pinsel. In dieser Serie stellt Uhlman düstere, symbolische sowie vor allem antikirchliche Visionen der gegenwärtigen und kommenden Zeit und ihrer
Gräuel auf den Schlachtfeldern dar – ein moderner „Totentanz“. Hoffnung verschaffen teilweise Blumen, die aus Grabhügeln und Schädeln wachsen, sowie ein kleines Mädchen mit einem Luftballon, das durch einige der apokalyptischen Szenen wandert: Auf einigen der Blätter findet sich die Widmung an seine am 3. Juli 1940 geborene Tochter.

1950 schenkte Fred Uhlman, der 1985 in London starb, der Staatsgalerie 38 Zeichnungen aus diesem Zyklus. 1960 erschien seine Autobiographie „The Making of an Englishman“ (deutsch „Erinnerungen eines Stuttgarter Juden“). In das Exemplar,
das er dem Stuttgarter Rathaus schenkte, schrieb er handschriftlich die Widmung „Der Stadt Stuttgart. Trotz Allem“.

Die Ausstellung im Graphik-Kabinett stellt diese Werke erstmals in Stuttgart vor.
Anhand eines Begleitprogrammes soll nicht nur exemplarisch das Schicksal so vieler jüdischer Künstlerinnen und Künstler während der NS-Zeit in den Blick genommen werden, sondern auch die Bedeutung jüdischer Kultur in Deutschland aus
zeitgenössischer Perspektive diskutiert werden. Nähere Informationen finden Sie zu gegebener Zeit unter staatsgalerie.de
10.06.2021 bis 14.11.2021

Ausstellung Bloch & Guggenheimer

Veranstalter:
Stadtarchiv Stuttgart
Ort:
Stadtarchiv Stuttgart
Sonstiges:
Ein jüdisches Architekturbüro in Stuttgart

Die Architekten Oscar Bloch (1881-1937, Bild oben) und Ernst Guggenheimer (1880-1973, Bild unten) begründeten 1909 ein
Architekturbüro, das sich zu einer bekannten Adresse für jüdische Bauherren in Württemberg entwickelte. Ihr Baustil
ist seit 1927 durch die Hinwendung zum Funktionalismus der Neuen Sachlichkeit gekennzeichnet, wie er in der Weißenhofsiedlung seinen Ausdruck fand. Nach 1933 in ihrer Berufsausübung stark eingeschränkt, entwarfen die Architekten u.a. Pläne für die Jüdische Schule.

Bloch starb 1937 in Stuttgart, Guggenheimer überlebte die Shoa zuletzt in einem Versteck. Er begründete 1945 ein neues
Büro und errichtete 1949-1952 die neue Stuttgarter Synagoge an der Stelle des 1938 zerstörten Vorgängerbaus.
Die Ausstellung stellt Stuttgarter Bauten im Kontext der Geschichte der jüdischen Gemeinde vor.

Die Auseinandersetzung um die Standorte der beiden bei der Reichspogromnacht zerstörten Synagogen in Bad Cannstatt und der Innenstadt zeigt exemplarisch die Situation der Wiedergründung der jüdischen Gemeinden nach 1945: Lange war umstritten, was mit den beiden Synagogenplätzen in der Hospitalstraße und in Bad Cannstatt passieren sollte. Außerdem war unsicher, ob die Gemeinde überhaupt fortbestehen würde. Die Stadt setzte beim Wiederaufbau zunächst andere Prioritäten, das Gelände Hospitalstraße diente als Schuttabladeplatz. Die Gemeinde weigerte sich, den Platz gegen einen anderen zu tauschen, wie es ihr die Stadt angeboten hatte und wehrte sich vehement gegen eine Neunutzung der Grundstücke. Die Fläche in Bad Cannstatt wurde schließlich von der Stadt mit einem Bauverbot belegt und später gekauft. 1961 wurde darauf ein Gedenkstein aufgestellt.

In der Hospitalstraße waren zunächst ebenfalls eine Grünfläche und eine Gedenkstätte geplant. Aufgrund von Schändungen anderer Gedenkstätten in Deutschland nahm die Gemeinde von dem Plan aber wieder Abstand und begann 1948, die Wiedererrichtung der Synagoge zu planen. Finanziell war das Projekt unsicher – noch waren die Wiedergutmachungen nicht angelaufen. Dennoch trieb die Gemeinde Planungen voran. 1950 wurde der Gemeinde vom Land auch die Finanzierung des
Synagogenbaus in Aussicht gestellt. Ernst Guggenheimer, der 1938 die Trümmer der geschändeten Synagoge hatte beseitigen müssen, begann daraufhin im Herbst des Jahres mit den Planungen. In die neue Synagoge wurden die Gesetzestafeln der
alten Synagoge eingebaut, die Guggenheimer und Theodor Hirsch seinerzeit versteckt hatten. Die festliche Einweihung fand am 13. Mai 1952 statt.

Bereits im Dezember 2020 erschien als Bd. 114 der Veröffentlichungsreihe des Stadtarchivs Stuttgart die Publikation von Dietrich W. Schmidt: Bloch & Guggenheimer.
Ein jüdisches Architekturbüro in Stuttgart, Ubstadt-Weiher u.a. 2020, 143 teils farbige Abb., ISBN 978-3-95505-249-2, 24,80 €.

Eintritt frei | Öffnungszeiten: Di bis Do 9 bis 16 Uhr
09.09.2021 18:00 Uhr

Online-Vortrag - Zehn Tage, die die innere Welt erschüttern“ –

Ort:
Online
Sonstiges:
Rabbi Mordechai Mark Pavlovsky: „Zehn Tage, die die innere Welt erschüttern“ – Zwischen Roschha-Schana (Das Jüdische Neujahr) und Jom-Kippur (Versöhnungstag)

Rabbiner Pavlovsky ist Gemeinderabbiner für die Zweigstellen des Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg. Geboren in der UdSSR, aufgewachsen in Israel. Als orthodoxer Rabbiner und Mitglied der ORD vertritt er moderne orthodoxe Ansichten und glaubt, dass auch die Religion nicht stillsteht. Er ist ein aktives Mitglied auf der Interreligiösen Dialog Bühne. Ein säkulares neues Jahr (Silvester) ist von kurzer Dauer und wechselt pünktlich zur Mitternacht. Zu dieser Zeit ist es üblich sich zu amüsieren, anzustoßen und vielleicht ein Silvesterkonzert im Fernsehen anzusehen. Beim jüdischen Neujahrsfest sieht es grundlegend anders aus. Zwischen Rosch-Haschana bis zum Sukkot findet ein Prozess statt, der einen ganzen Monat andauert. Und zuvor hat man einen Monat Zeit, um sich auf diese Feiertage vorzubereiten. Der Ablauf dieser Tage geschieht feierlich und
ehrfurchtsvoll. Und zwischen Rosch Haschana und Jom Kippur gibt es besondere zehn Tage, die als „Tage der Ehrfurcht“ oder „Zehn Tage der Reue“ genannt werden. In dieser Zeit findet Gericht statt und von dem Gerichtsurteil hängt unsere Zukunft ab. Dies gilt sowohl für Juden als auch für Nichtjuden. In diesem Vortrag wollen wir auf diese zehn Tage näher eingehen.

Zoom-Direktlink:
https://us02web.zoom.us/j/81345681463?pwd=a296eFNSRkhiWUJxOElEeWF2a0VjZz09
Meeting-ID: 813 4568 1463 / Kenncode: 311085
23.09.2021 19:00 Uhr

Vortrag - „Stationen jüdischer Geschichte im Südwesten im 19. und 20. Jahrhundert“

Veranstalter:
forum jüdischer bildung und kultur e.V. in Kooperation mit dem Stadtarchiv
Ort:
Stadtarchiv Stuttgart
Bellingweg 21
70372 Stuttgart
Sonstiges:
Prof. Dr. Roland Müller ist Direktor des Stadtarchivs Stuttgart und Honorarprofessor am Historischen Institut der Universität Stuttgart. Als Archivar und Historiker hat er sich u.a. mit Quellen und Forschungen zur jüdischen Geschichte im Südwesten befasst. Er war an den Initiativen für die Stuttgarter Gedenkorte „Zeichen der Erinnerung“ am Inneren Nordbahnhof sowie auf dem Killesberg beteiligt.
In einem Überblicksvortrag anlässlich des Festjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ soll an wichtige Stationen jüdischer Geschichte seit dem württembergischen Staatskirchengesetz von 1828 erinnert werden. Geschichte und Orte in Stuttgart stehen im Mittelpunkt, auch werden Bezüge zur aktuellen Ausstellung des Stadtarchivs über das Architekturbüro Bloch & Guggenheimer und seine Vernetzung in die jüdische Gemeinschaft hergestellt.

Eintritt frei. Anmeldung bitte an stadtarchiv@stuttgart.de. Falls keine Präsenzveranstaltung möglich
sein sollte, erfolgt der Vortrag via Zoom; Link wird nach Anmeldung mitgeteilt
30.09.2021 17:00 Uhr

Online-Vortrag auf Russisch: „Die Kultur-Lige und ihre Tätigkeit“

Sonstiges:
Online-Vortrag auf Russisch - Vera Anapolskaya: „Die Kultur-Lige und ihre Tätigkeit“
Die Kultur-Lige war eine Organisation, die sich für die Entwicklung einer jüdischen Kultur in der Diaspora einsetzte und zwischen 1918 und 1922 in Kiew, Warschau und Moskau aktiv war. Im Rahmen dieser Organisation wurden die zahlreichen jüdischen Bibliotheken, Grundschulen und Kindergärten eröffnet, in denen jiddisch gesprochen und gelehrt wurde. Diese Einrichtungen halfen Pogromopfern und organisierten Unterkünfte für verwaiste Kinder. Nach Kiewer Vorbild entstand die Kultur-Lige in mehreren Städten, so etwa in Kowno, Wilna, Paris, Amsterdam, Berlin, Detroit und New-York.
Zoom-Direktlink:
https://us02web.zoom.us/j/83203018004?pwd=Q2lQU1BabE5XRFFKNkJ2NXdmOFJ6QT09
Meeting-ID: 832 0301 8004 / Kenncode: 900787
30.09.2021 19:00 Uhr

Vortrag - Warum so viele jüdische Familien überlegen, nach Israel auszuwandern

Veranstalter:
DIG
Ort:
online
Sonstiges:
Prof. Dr. Julia Bernstein

Im Vortrag werden die Befunde aus den neueren Forschungen im Bereich Antisemitismus im Alltag und im schulischen Bereich präsentiert. Besonderer Wert wird auf die Perspektiven der Betroffenen und ihre Erfahrungen und Wahrnehmungen gelegt. Darüber hinaus werden diese Erkenntnisse im Bezug auf die Rezeption des Antisemitismus bei den nichtjüdischen Akteuren, wie zum Beispiel Lehrkräften im Schulsystem, dargestellt und interpretiert.

Wie kommt es, dass 75 Jahre nach dem Holocaust das Schimpfwort „Du Jude“ das am meisten verbreitete Schimpfwort auf dem deutschen Schulhof geworden?
Wie kann man über die geschichtliche Vergangenheit sprechen, wenn diese für viele nichtjüdische Menschen gefühlt sehr weit zurückliegt und für jüdische Menschen durch unterschiedliche Situationen immer wieder ins „Hier und und Jetzt“ gebracht
wird?
Welche Rolle spielt das in Deutschland tradierte Schweigen sowie das gesellschaftliche Erbe für die heutigen kollektiven Identitäten und welche Bedeutung haben sie für die Teilhabe jüdischer Menschen in Deutschland?

Julia Bernstein ist Professorin für soziale Ungleichheiten und Diskriminierungserfahrungen im Fach Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences.

Anmeldung zur Videokonferenz erforderlich:
bitte bis 28.09.21 an info@dig-stuttgart.net
Veranstaltung parallel auf Facebook
facebook.com/DIGStuttgart (ohne Anmeldung)
07.10.2021 18:00 Uhr

Auszeichnung - Verleihung der Otto-Hirsch-Auszeichnung 2021

Ort:
Rathaus der Stadt Stuttgart
Sonstiges:
Die Otto‐Hirsch‐Auszeichnung wird jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die christlich‐jüdische Zusammenarbeit verdient gemacht haben. Sie ist eine Auszeichnung für Völkerverständigung und Integration.

Die Otto‐Hirsch‐Medaille wurde 1985 zum 100. Geburtstag von Ministerialrat Dr. Otto Hirsch von der Stadt gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich‐Jüdische Zusammenarbeit Stuttgart (GCJZ) und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) gestiftet. Auf Grundlage einer Satzungsänderung wurde 2013 erstmals die Otto‐Hirsch‐Auszeichnung verliehen. Mit ihr können nicht nur einzelne Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich um den christlich‐jüdischen Dialog besonders verdient gemacht haben, sondern auch Gruppen und Initiativen aller Religionsgemeinschaften.

Namensgeber der Auszeichnung ist Dr. Otto Hirsch, der am 9. Januar 1885 in Stuttgart geboren wurde und aufwuchs. Er besuchte hier das Eberhard‐Ludwigs‐Gymnasium und studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg, Leipzig, Berlin und Tübingen. Nach seiner Promotion 1912 begann er seine Tätigkeit bei der Stadt Stuttgart.
Als Ministerialrat im württembergischen Innenministerium war er 1921 Mitbegründer der Neckar‐Aktiengesellschaft, wurde jedoch 1933 von den Nationalsozialisten aufgrund seines jüdischen Glaubens entlassen.
Otto Hirsch gründete 1926 mit seinem Freund Leopold Marx das Jüdische Lehrhaus Stuttgart und wurde 1930 Präsident des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs. Als Geschäftsführender Vorsitzender der Reichsvertretung der Deutschen Juden (1933−1941) setzte er sich unter schwierigsten Bedingungen für die verfolgten Juden ein. Mit seiner Hilfe konnten zehntausende Juden nach 1933 durch Auswanderung gerettet werden. Otto Hirsch wurde im Februar 1941
zum dritten Mal verhaftet und am 19. Juni 1941 im Konzentrationslager Mauthausen ermordet.

Wer für das Jahr 2021 die Otto-Hirsch-Auszeichnung erhält, stand bei Eingabe der Veranstaltung noch nicht fest
07.10.2021 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr

Gesprächsabend -. Zwischen Jerusalem und Rom

Ort:
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Tagungshaus Hohenheim
Sonstiges:
Anmerkungen zur gemeinsamen Fachtagung der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz im November 2019

Zum ersten Mal haben die Deutsche Bischofskonferenz und die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschlands im November 2019 eine gemeinsame Fachtagung durchgeführt. Dabei wurden wichtige Erklärungen beider Seiten aus den vergangenen Jahren diskutiert, eine Bilanz der jüdisch-katholischen Beziehungen gezogen und Empfehlungen für die weitere Entwicklung gegeben. In der medialen Öffentlichkeit wurde dieses epochale Treffen weitgehend ignoriert.

Der Gesprächsabend greift diese Diskussion der Fachtagung auf und nimmt auch die politische Perspektive dazu. Auf welcher Grundlage kann heute der jüdisch-christliche Dialog konstruktiv fortgeführt werden? Wie kann dieser interreligiöse Dialog in
der politischen Bildung aufgenommen werden? Welche politischen und kirchlichen Rahmenbedingungen unterstützen diesen Dialog?

Teilnahmegebühren und Anmeldeinformationen
liegen zur Zeit der Drucklegung nicht vor.
Entnehmen Sie diese bitte der Homepage
akademie-rs.de
11.10.2021 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr

Podiumsgespräch Ruth Klüger: „unterwegs verloren“.

Ort:
Hospitalhof Stuttgart
Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart
Sonstiges:
Podiumsgespräch

Ruth Klüger: „unterwegs verloren“. Umbrüche, Zerreißproben, Schicksalsschläge verkraften.
Wie können Menschen schicksalshafte Ereignisse in ihrem Leben bewältigen? Aufgezwungene Wendepunkte, unkontrollierbare Wandlungen im eigenen Leben – davon erzählt Ruth Klüger im zweiten Teil ihrer Autobiographie im Blick auf ihre Familiengeschichte, ihre Ehe und auf die Ressentiments, mit denen sie als Frau und Jüdin an den amerikanischen Universitäten zu kämpfen hatte. Sie, die als Zehnjährige durch einen Zufall der Ermordung im Konzentrationslager entkommen war, eroberte sich ihre Muttersprache zurück ebenso wie ihre Geburtsstadt Wien, wurde eine angesehene Literaturwissenschaftlerin, eine selbstbewusste Feministin und international ausgezeichnete Schriftstellerin. Was sind die Quellen der Kraft und des Widerstands gegen die Verhältnisse, woher kommt der Mut zum Neuanfang? Darüber kommen ins – interreligiöse – Gespräch mit: Prof. Barbara Traub, Psychotherapeutin und Vorstandsvorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg; Martina Rudolph-Zeller, Leiterin der Ev. Telefonseelsorge und Paartherapeutin; Dr. Haleh Sabet, Ärztin und engagiert in der Bahai-Gemeinde Stuttgart; Monika Renninger, Pfarrerin.
Kostenbeitrag entfällt
13.10.2021

Ausstellung - Jenny Heymann (1890-1996)

Ort:
Museum Hotel Silber
Sonstiges:
Lebensstationen einer jüdischen Lehrerin mit bildungsgeschichtlichen Streifzügen durch Württemberg

Jenny Heymann wurde im deutschen Kaiserreich, am 28. Oktober 1890 in Stuttgart, geboren. Sie war die Tochter des Bankiers und Kaufmanns Heinrich Heymann und seiner Ehefrau Helene. Familie Heymann lebte jüdisch-liberal und war fest im Schwäbischen verwurzelt. Jenny Heymann besuchte das Königin-Katharina-Stift und anschließend das Lehrerinnenseminar im selben Haus, 1910 folgte die Dienstprüfung als Lehrerin für den Unterricht an höheren Mädchenschulen. Die Gründung der Weimarer Republik eröffnete ihr als berufstätige Frau im Lehrberuf neue Chancen: Von 1919 bis 1922 folgte ein Studium der Neuen Philologie in Tübingen und Hamburg. Über die antisemitischen Diskriminierungen an der Universität Tübingen machte sie erst im hohen Alter Andeutungen.

1922 folgte die Erste und Zweite Dienstprüfung für das „realistische Lehramt“. Heymann war zunächst in Göppingen und Stuttgart tätig, 1929 wechselte sie zur Mädchenrealschule Ludwigsburg, an das Mathildenstift. Daneben übernahm Heymann
die Schriftleitung der Württembergischen Lehrerinnen-Zeitung, die vom Allgemeinen Württembergischen Lehrerinnenverein herausgegeben wurde.

Der nationalsozialistische Staat entließ Heymann am 6. September 1933 aus dem Schuldienst, das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ beendete zunächst zwangsweise ihre berufliche Laufbahn. Für sechs Jahre, 1933 bis 1939, fand sie im jüdischen reformpädagogischen Landschulheim Herrlingen (bei Ulm) eine neue Arbeitsmöglichkeit. Hier lernte sie neue pädagogische Konzepte kennen und begegnete intensiv dem religiösen Judentum.

Im Jahr 1939, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, verließ Jenny Heymann Deutschland und ging nach England ins Exil. In einem Fragebogen der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs wird neben London auch Torquay als Wohnort Heymanns angegeben. Sie arbeitete in London als Lehrerin und gab unter anderem Englischkurse für Emigranten, musste sich aber teilweise auch als Hausgehilfin und Putzfrau durchschlagen.

Nach Kriegsende wollte Heymann ursprünglich von London in die USA auswandern. Ihre Stuttgarter Freundin Dr. Elisabeth Kranz, die ehemalige Schulleiterin des Ludwigsburger Mathildenstifts, überredete sie jedoch, nach Stuttgart zurückzukommen. 1936 hatte Elisabeth Kranz Heymanns Wohnung übernommen, um sie vor der drohenden Arisierung zu bewahren. Am 1. Januar 1947 wurde Jenny Heymann wieder in Stuttgart gemeldet, wohnte dort, wie vor dem Exil, in der Ameisenbergstraße 39,
und war erneut am Ludwigsburger Goethe-Gymnasium tätig (dem ehemaligen Mathildenstift), das wieder von Dr. Elisabeth Kranz geleitet wurde.

Ab 1949 baute Heymann den englisch-deutschen Schüleraustausch zwischen der North London Collegiate School und dem Goethe-Gymnasium Ludwigsburg auf. 1950 erfolgte der Wechsel ans Stuttgarter Hölderlingymnasium, 1956 die Pensionierung.
Heymann blieb der Mädchenbildung treu, arbeitete noch am St.-Agnes-Gymnasium, gab außerdem Privatunterricht.

Jenny Heymann gehörte zu einem ausgewählten Kreis, mit dem die amerikanische Besatzungsmacht den jüdisch-christlichen Dialog begründen wollte. Die dritte dieser Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wurde am 7. Dezember
1948 in Stuttgart gegründet. In ihrem Ruhestand, 1958, arbeitete Jenny Heymann für kurze Zeit als Geschäftsführerin der GCJZ Stuttgart und begleitete diese zweite Aufbauphase. Heymann wirkte noch für einige Jahrzehnte im Erziehungsausschuss
der GCJZ mit.

1990, im Alter von 100 Jahren, wurde Jenny Heymann mit der Otto-Hirsch-Medaille ausgezeichnet und außerdem zum Ehrenmitglied der GCJZ Stuttgart ernannt. Sie starb am 13. Juni 1996 in Stuttgart und wurde im Familiengrab auf dem Stuttgarter
Pragfriedhof beigesetzt.
Bis zuletzt hatte sie in ihrer Stuttgarter Wohnung gelebt.

Angelehnt an den Lebensweg von Jenny Heymann zeigt die Ausstellung die vier Epochen vom Kaiserreich bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Jenny Heymanns Lebensweg umfasst das liberale Judentum der Weimarer Republik, die
Diskriminierung und Verfolgung durch den Nationalsozialismus, die Schwierigkeiten und Chancen des Exils in Großbritannien und schließlich den vielschichtigen gesellschaftlichen Neuanfang nach 1945.
Ihre Biographie verbindet sich immer wieder mit den Themen Frauenstudium, Emanzipation und Mädchenbildung, sie steht für einen Lebensentwurf, in dem Bildung die zentrale Rolle spielt – und die Gabe eines behutsamen Dialogs. Jenny Heymanns Dienst für die Versöhnung und Toleranz scheint in der wieder aufflammenden Diskussion über den Antisemitismus an Relevanz zu gewinnen.

Gezeigt wird die Ausstellung im Erinnerungsort „Hotel Silber“, der ehemaligen Gestapo-Zentrale für Württemberg und Hohenzollern. Von hier aus waren ab 1933 zahlreiche antijüdische und diskriminierende Maßnahmen organisiert und durchgeführt worden.

Bei der Eröffnungsveranstaltung präsentieren Studierende der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg Inhalte ihres 2020 erschienenen Sammelbandes über Jenny Heymann. Dieser entstand im Rahmen eines Kompaktseminars, das von Melanie Elze, Dr. Rosemarie Godel-Gaßner, Dr. Alfred Hagemann und Sabine Krehl an der PH Ludwigsburg angeboten wurde. Hagemann, der katholische Vorsitzende der GCJZ Stuttgart, steuerte dafür einen Beitrag über Heymann und die GCJZ Stuttgart bei..
13.10.2021 20:00 Uhr

Konzert - Musik am 13.

Ort:
Stadtkirche Bad Cannstatt
Sonstiges:
Violine solo – Musik verfemter Komponisten

Werke von
Mordecai Seter
Haim Alexander
Tzvi Avni
Abel Ehrlich
und Paul Ben-Haim

Kolja Lessing, Violine und Moderation

Kolja Lessing gilt als einer der vielseitigsten Musiker unserer Zeit. Seine musikalische Ausbildung erhielt er bei seiner Mutter und später bei Hansheinz Schneeberger in Basel, wo er sich auch kompositorischen Studien widmete.
Als Geiger und Pianist hat er durch seine Verbindung von interpretatorischer und wissenschaftlicher Arbeit dem Musikleben prägende Impulse verliehen.
In Anerkennung seines Engagements für verfemte Komponisten wurde ihm 1999 der Johann-Wenzel-Stamitz-Sonderpreis verliehen. Bereits 1989 wurde Kolja Lessing als Professor für Violine und Kammermusik an die Würzburger Musikhochschule berufen; seit dem Jahre 2000 wirkt er in gleicher Funktion an der Musikhochschule Stuttgart.

Eintritt frei
25.10.2021 bis 14.11.2021

Jüdische Kulturwochen

Veranstalter:
IRGW und Partner
Ort:
Stuttgart
Sonstiges:
Die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) lädt im Spätherbst wieder zu ihren traditionellen Jüdischen Kulturwochen Stuttgart ein. Zwischen dem 25. Oktober und dem 15. November werden ca. 30 Veranstaltungen und Ausstellungen aus den Bereichen Literatur, Kulturgeschichte, Theater, Religion, Geschichte, Film und Musik die große Tradition und den Reichtum der jüdischen Kultur in den Mittelpunkt stellen.
Die Veranstaltungsreihe wurde vor 18 Jahren ins Leben gerufen, um mit der Stadtgesellschaft ins Gespräch zu kommen und den Dialog zwischen Juden und Nichtjuden zu pflegen.
Etliche Stuttgarter Kulturinstitutionen leisten eigene Programmbeiträge.

Die Eröffnungsveranstaltung findet am Montag, 25. Oktober um 19:00 Uhr im Großen Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses statt.
26.10.2021 19:00 Uhr

Vortrag - Verletzende Bilder

Ort:
Hospitalhof Stuttgart
Sonstiges:
Antisemitismus in medialen Juden- und Israeldarstellungen

Kai Schubert
Moderation: Susanne Wetterich

Debatten über aktuellen Antisemitismus drehten sich in den letzten Jahren zunehmend um Vorfälle, die nicht der traditionellen Judenfeindschaft der extremen Rechten entstammen. Die Sensibilität dafür, dass Antisemitismus nicht als auf einzelne
gesellschaftliche Gruppen oder „extremistische“ politische Minderheitenströmungen begrenzt angesehen werden kann, ist offenbar gestiegen. Antisemitische Motive und Stereotype werden regelmäßig auch von Personen hervorgebracht, die sich
selbst als liberal, Demokrat*in oder links ansehen.
Neben der wichtigen Analyse entsprechender Texte und von entsprechenden Handlungen wurde der Analyse von antisemitischen Bildern bislang zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Über das Internet werden entsprechende Darstellungen weitgehend ungehindert großflächig verbreitet. Gerade hier werden die Bilder gezielt zur Diffamierung von Gruppen und Einzelpersonen eingesetzt. Karikaturen sogar aus deutschen Qualitätsmedien wurden in den letzten Jahren mehrfach heftig kritisiert, wobei die Kritik jedoch mitunter auch zurückgewiesen wurde. Auffällig ist, dass nicht nur, aber insbesondere Illustrationen zum Staat Israel kontrovers sind.
Der Vortrag soll in die Problematik einführen und Schlaglichter auf die Thematik werfen. Dabei geht es auch darum, der Frage nachzugehen, warum bereits sehr alte Stereotype über Jüdinnen und Juden offenbar unerkannt immer wieder in der Gesellschaft hervorgebracht werden. Welche Reaktionsmöglichkeiten gibt es?
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Es werden Beispiele für antisemitische Bilder gezeigt.

Kai E. Schubert (M.A.) studierte Politikwissenschaft und Interdisziplinäre Antisemitismusforschung in Berlin. Als Lehrbeauftragter an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin und als politischer Bildner zum Thema Antisemitismus setzt er sich v.a. mit Antisemitismus nach 1945 auseinander.

Die gelernte Rundfunkjournalistin Susanne Wetterich ist Mitglied im Vorstand der DIG Region Stuttgart. Im Auftrag der
IRGW leitet sie das Vorbereitungsteam der Jüdischen Kulturwochen.

Eintritt frei
03.11.2021 19:00 Uhr

Vorlesung - Impulse für das interreligiöse Gespräch

Ort:
Haus der Wirtschaft
Sonstiges:
1700 Jahre christlich-jüdische Begegnung
Prof. Dr. Christoph Markschies

Anlässlich des 80. Geburtstages seines jüdischen Präsidenten Landesrabbiner Dr. h.c. Henry G. Brandt hat der Deutsche Koordinierungsrat im Jahre 2007 mit einer neuen Tradition begonnen: einer jährlich stattfindenden Rabbiner-Brandt-Vorlesung. Sie soll den Namensgeber für seine Impulse im interreligiösen Gespräch ehren sowie der von ihm geforderten Klärung der Positionen im christlich-jüdischen Gespräch dienen. Zu diesem Zweck werden seitdem einmal jährlich an wechselnden
Orten prominente und kompetente Redner oder Rednerinnen eingeladen.
Die Rabbiner-Brandt-Vorlesung findet dieses Jahr in Stuttgart statt.

Dr. h.c. Henry G. Brandt wurde als Heinz Brandt 1927 in München geboren. Im letzten Moment gelang es seiner Familie, über England nach Palästina auszuwandern. Henry – jetzt Chanan – diente seit 1947 im Palmach und anschließend als Flottenoffizier in der entstehenden israelischen Marine. Nach Kriegsende studierte er Nationalökonomie an der Queen’s University of Belfast und beendete dieses Erststudium als B.Sc.. Nach einer kurzen Zeit in der Autoindustrie wandte er sich (nun als britischer Staatsbürger und als Henry Brandt) dem Rabbinatsstudium am Leo Baeck College zu. Es folgen Rabbinatsstellen in Leeds, Genf, Zürich (Gründungsrabbiner der Gemeinde Or Chadasch) und dann Stadtrabbiner von Göteborg (Schweden). 1983 kehrte Henry Brandt als Landesrabbiner von Niedersachsen nach Deutschland zurück. Zwölf Jahre später wechselte er in den größeren Landesverband Westfalen-Lippe als deren Landesrabbiner. 2005 wurde er dort emeritiert. Seit 2004 ist er Gemeinderabbiner
der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg. Darüber hinaus betreut er als Amtsrabbiner die Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld. Schon während seiner Zeit in England richtete sich Brandts Augenmerk auf den Jüdisch-Christlichen Dialog, seit seiner Ankunft in Deutschland noch verstärkt. Er ist der jüdische Präsident des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und Mitglied des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim Zentralrat der Deutschen Katholiken.

Derzeit ist Henry Brandt Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Nachdem er Lehraufträge an den Universitäten Marburg und Münster wahrgenommen hatte, lehrt er nunmehr an der Universität Augsburg.
Henry Brandt erhielt von der Universität Marburg die Ehrendoktorwürde und ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse. Zu seinen weiteren Auszeichnungen gehören u.a. das große Stadtsiegel der Stadt Oldenburg und die Hedwig Burgheim Medaille der Stadt Gießen. Für seine wegweisende Funktion im jüdisch-muslimischen Dialog zeichnete ihn die Stiftung Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland im Jahr 2005 mit dem Muhammad-Nafi-Tschelebi-Preis aus. 2008 erhielt er das Bundesverdienstkreuz I. Klasse. Es folgten der Edith-Stein-Preis (2011), der Bayerische Verdienstorden (2014), der Klaus-Hemmerle-Preis (2018) und der Estrongo Nachama Preis für Toleranz und Zivilcourage (2019).

Seit 2015 ist Brandt Ehrenbürger der Stadt Augsburg.

Christoph Markschies ist evangelischer Theologe und Professor für Antikes Christentum. 2006 bis 2010 war er Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2015 ist er Leiter des Berliner Instituts Kirche und Judentum. Seit Oktober 2020 ist er Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er 2017 von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier für sein Engagement im ökumenischen und im jüdisch-christlichen Dialog den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
04.11.2021 18:00 Uhr

Lesung mit Musik ... und darum Euer Freund

Veranstalter:
Haus der Heimat
Ort:
Haus der Heimat
Sonstiges:
Paul Celan und Hanne und Hermann Lenz

Von und mit Luise Wunderlich und Marit Beyer
Musik: Nurit Stark

Paul Celan tat sich schwer mit Freundschaften. In seinem Stuttgarter Schriftstellerkollegen Hermann Lenz und dessen Frau, der Kunsthistorikerin und Lektorin Hanne Lenz, hat Celan aber über Jahre treue Freunde gefunden. Für den in Paris lebenden Celan war diese Beziehung eine wichtige berufliche und menschliche Brücke nach Deutschland, ins Land der Täter. Im Briefwechsel der drei schlagen sich die jeweiligen beruflichen Krisen ebenso nieder wie die herzliche Anteilnahme an Gesundheit und familiärem Glück. In seinem Roman „Ein Fremdling“, lange nach Celans Tod erschienen, setzt Hermann Lenz dem Freund in der Figur des Jakob Stern ein Denkmal.

Marit Beyer und Luise Wunderlich spüren in ihrer Lesung dieser besonderen Literatenfreundschaft nach. Musikalisch begleitet wird die Lesung von der Musikerin Nurit Stark.

Sprecherinnen: Luise Wunderlich, Marit Beyer
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart

Musik, Geige: Nurit Stark
Alfred Schnittke Akademie International Hamburg

Luise Wunderlich ist als freie Bühnenkünstlerin und Rezitatorin tätig. Mit eigenen Programmen ist sie vor allem im deutschsprachigen Raum unterwegs. Sie verbindet dabei Literatur und Schauspielerei mit Musik und Tanz.

Marit Beyer spricht für Rundfunk und Fernsehen, unter anderem für das Kulturmagazin „Kulturzeit“. Mit ihren Hörbüchern wurde sie in die hr2-Hörbuchbestenliste aufgenommen und wurde als beste Interpretin für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert. Sie unterrichtet am Institut für Sprechkunst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.

Nurit Stark stammt aus Tel Aviv und absolvierte ihr Violinstudium in Israel, New York, Köln und Berlin. Sie ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe und war Stipendiatin der Ilona Kornhauser Stiftung sowie der America-Israel Cultural Foundation.

Als Kammermusikerin trat sie bei zahlreichen Festivals auf. Die Konzertmeisterin und Solistin hat sich insbesondere in der Interpretation zeitgenössischer Musik einen Namen gemacht.

Eintritt frei
04.11.2021 19:00 Uhr

Podiumsdiskussion - Wie umgehen mit christlichem Antijudaismus in Kunst und Musik?

Veranstalter:
GCJZ, Hospitalhof
Ort:
Hospitalhof Stuttgart
Sonstiges:
Mit dem Preisträger der Buber-Rosenzweig-Medaille 2021, Christian Stückl und Stadtdekan Søren Schwesig

Als Regisseur der Oberammergauer Passionsspiele hat sich Christian Stückl dem Vorwurf des christlichen Antijudaismus
konsequent gestellt. Mit Geduld und Ausdauer hat er die Oberammergauer Aufführung Zug um Zug entsprechend überarbeitet. Er hält dabei Kontakt zu jüdischen Organisationen und arbeitet immer wieder neu am Text. Er fährt mit den Hauptdarstellern vor Beginn der Probenarbeit ins Heilige Land, um die Umwelt und das Leben Jesu besser zu verstehen und besucht gemeinsam mit ihnen die Gedenkstätte Yad Vashem. Der Interreligiöse Dialog ist ihm ein Herzensanliegen.

Mit Inszenierungen wie „König David“, „Moses“, Stefan Zweigs „Jeremias“, Thomas Manns „Joseph und seine Brüder“ oder „Hiob“ von Joseph Roth schlägt er Brücken zu Themen der hebräischen Bibel als gemeinsamer Grundlage für Juden und Christen und ihrer aktuellen Bedeutung. In seinen Aufführungen von „Nathan der Weise“, „Der Kaufmann von Venedig“ oder „Der Stellvertreter“ geht es immer wieder um Kirche, Judentum, Rassismus und dem Verhältnis der Religionen zueinander.
Er steht ein gegen Antisemitismus und Rassismus und für eine offene und plurale Gesellschaft. Dies ist in diesen besonderen Zeiten eine zentrale Botschaft, die immer wieder weitergegeben werden muss. Für dieses wegweisende Engagement wurde er vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit der Buber-Rosenzweig-Medaille 2021 ausgezeichnet.

Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird alljährlich anlässlich der Woche der Brüderlichkeit an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich im christlichjüdischen Dialog außerordentliche Verdienste erworben haben.
Zu den Preisträgern zählen unter anderem Angela Merkel, Peter Maffay, Micha Brumlik, György Konrad, Mirjam Pressler, Esther Schapira und Georg M. Hafner, Leon de Winter, Daniel Barenboim, Joschka Fischer, Johannes Rau, Lea Rabin, Hans Koschnick und Richard von Weizsäcker.

Søren Schwesig wuchs in Edinburgh und Ulm auf, studierte Theologie in Tübingen, Edinburgh und Berlin. Nach Stationen als Pfarrer in Schwäbisch Hall und als Schuldekan für die Kirchenbezirke Ditzingen und Leonberg wurde er 2013 zum
Stadtdekan in Stuttgart gewählt. Der Vater von zwei Töchtern ist in seiner Freizeit als Kabarettist mit dem Duo „Die Vorletzten“ unterwegs und fiebert regelmäßig am Wochenende mit dem VfB Stuttgart mit.

Eintritt frei
07.11.2021 15:00 Uhr

Literarischer Spaziergang - Gehat hob ich a Hejm

Veranstalter:
litspaz
Ort:
Stuttgarter Innenstadt
Sonstiges:
Jüdisches Leben in Stuttgart

Führung: Birger Laing mit Unterstützung von Sigrid Brüggemann und Roland Maier

„Gehat hob ich a Hejm“ - dieses jiddische Lied erzählt von der Vertreibung aus dem Zuhause, dem geselligen Leben mit Familie und Freunden.
Dieser Spaziergang geht den Spuren jüdischen Lebens in Stuttgart nach und richtet den Fokus auf eher unbekannte Autoren wie Karl Lieblich, Friedrich Wolf, Fred Uhlmann oder Jella Lepmann.
Die ungewöhnliche Geschichte des Bankiers, die unter dem Titel „Jud Süß“ literarisch verarbeitet wurde, darf natürlich nicht fehlen ... Der 1901 in Stuttgart geborene Fred Uhlman schrieb die bekanne Novelle „Reunion“, die in 19 Sprachen übersetzt wurde und in Deutschland zunächst unter dem Titel „Versöhnt“, als Neuauflage dann als „Der wiedergefundene Freund“ erschien. 1989 wurde „Der wiedergefundene Freund“ verfilmt, das Drehbuch stammt von Harold Pinter.

Teilnahmegebühr: 12,00 €
Anmeldung erforderlich bei: Literaturspaziergänge
Mainzer Str. 42 | 71672 Marbach am Neckar
Telefon 07144 / 84 12 16 | info@litspaz.de

07.11.2021 18:00 Uhr

Synagogenkonzert - Ich will dem Herrn singen, dass er so wohl an mir tut

Veranstalter:
IRGW
Ort:
Synagoge Stuttgart
Sonstiges:
Jüdische liturgische Musik
Kantor Yoni Rose
Roglit Ishay, Klavier
Dr. Joel Berger, Moderation

Ob liberal oder orthodox – kantorale Gesänge sind das Herzstück des jüdischen G“ttesdienstes. Die kantorale Musik ist eine Ausdrucksform der G“ttesverehrung und steht im Mittelpunkt dieser über Jahrhunderte überlieferten Tradition. Der Vorbeter oder Kantor, auf Hebräisch „Chasan“, fungiert mit seinem Gesang als Gesandter der Gemeinschaft. Er leitet den G“ttesdienst in einer Synagoge und trägt die Gebete meistens im Wechsel mit den Gläubigen vor.

Die synagogale Musik basiert auf vorgegebenen Motiven, die durch große Kantoren und Komponisten wie Yossele Rosenblatt, genannt auch „König der Chasanim“ (Kantoren) oder Samuel Malavsky, Mordechai Sobol, Shalom Sekunda und Sol Zim, um nur
einige wenige zu nennen, geprägt wurde.

Rabbiner Dr. Joel Berger wird kenntnisreich in die einzelnen Stücke einführen und ihre Bedeutung für den jüdischen G“ttesdienst erläutern.

Seit 2015 ist Yoni Rose Kantor der Jüdischen Gemeinde Frankfurt (Westend-Synagoge). Nach seinem erfolgreichen Gesangsstudium an der Universität von Maryland trat der in Baltimore in einer streng orthodoxen Familie aufgewachsene US-Amerikaner zunächst als professioneller Opernsänger in den USA auf. Parallel absolvierte er eine Ausbildung zum Kantor.
2014 kam er nach Frankfurt. Zur Jüdischen Gemeinde gelangte er eher zufällig: In Frankfurt suchte man kurzfristig einen Kantor für einen Schabbat-Gottesdienst. Rose wurde gefragt – und begeisterte. Seither ist er Kantor der Westend-Synagoge.

Roglit Ishay studierte Klavier und Philosophie an der Tel-Aviv Universität. Seit 2006 ist sie die künstlerische Leiterin der
Reihe „Musica Mundi Frankfurt“ in der Alten Oper Frankfurt und seit 2011 Professorin für Klavier-Kammermusik an der
Musikhochschule Freiburg. Darüber hinaus gibt sie Meisterkurse in ganz Europa und Israel. Daneben konzertiert sie regelmäßig als Solistin sowie als Mitglied mehrerer Kammermusikensembles in Europa, Israel, Türkei, Russland und Südamerika und hat mehrere CD-Aufnahmen eingespielt.

Eintritt: € 13,00 / € 10,00
Vorverkauf: kulturwochen@irgw.de
10.11.2021 19:00 Uhr

Informationsabend - Das jüdische Erbe in Ungarn

Ort:
Ungarisches Kulturinstitut
Sonstiges:
Bilddokumentation

Die Geschichte der Juden in Ungarn beginnt bereits im Frühmittelalter; archäologische Funde weisen darauf hin, dass sogar bereits zu römischer Zeit Juden dort lebten. In Jahrhunderten einer wechselvollen Geschichte entwickelte sich Ungarn trotz wiederholter Phasen von Verfolgung und Diskriminierung zu einem lebendigen Zentrum jüdischer Kultur, insbesondere die Hauptstadt Budapest. 1914 betrug der Anteil an der Gesamtbevölkerung sechs Prozent. Nach der Ermordung von fast 600.000
jüdischen Einwohnern während des Holocaust konnte das jüdische Ungarn nie wieder an seine historische Bedeutung anknüpfen. Die Vernichtung fast aller ungarischen Gemeinden und der auch unter kommunistischer Herrschaft nicht nachlassende Antisemitismus veranlassten viele der jüdischen Überlebenden, nach Israel auszuwandern.

Bei dem Informationsabend dokumentieren Bilder insbesondere Synagogenbauten in Ungarn. Ein Einführungsvortrag
informiert über das reiche jüdische Erbe.

Eintritt frei
10.11.2021 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr

Dokumentarfilm - Chichinette - wie ich zufällig Spionin wurde

Ort:
Wird noch bekanntgegeben
Sonstiges:
Dokumentarfilm
Nicola Alice Hens, Regie
D 2019, 86 Minuten, Französisch/Englisch mit deutschen Untertiteln
Anschließend Filmgespräch

In dem Dokumentarfilm erzählt Nicola Alice Hens die bisher kaum bekannte Geschichte von Marthe Cohn alias Chichinette – kleine Nervensäge - ihr Spitzname während ihrer Tätigkeit als Spionin.
Marthe Hoffnung, eine französische Jüdin aus Metz, flieht mehrfach vor den Nationalsozialisten in Frankreich, lebt mit falschen Papieren in Marseille und verliert im Krieg ihren Verlobten und ihre Schwester. 1945 entscheidet sie sich, als Spionin für die Alliierten in Nazi-Deutschland ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Ihre Mission gelingt, doch nach dem Krieg redet sie 60 Jahre lang nicht über ihre Heldentaten. Denn sie stellt fest: Geschichten aus dem Krieg interessieren niemanden mehr. Man blickt nach vorne, nicht zurück. Schon gar nicht in Kalifornien, wohin sie mit ihrem Mann, einem Neurowissenschaftler, gezogen ist.

„Chichinette - Wie ich zufällig Spionin wurde“ erzählt in atmosphärischen, teils animierten Bildern einen beeindruckenden Lebensweg. Der Dokumentarfilm begleitet die 100-Jährige heute, wie sie mit der liebevollen Unterstützung ihres Mannes Major
Cohn die Welt bereist, um ihre Geschichte mit der jungen Generation zu teilen.

Nicola Alice Hens arbeitet als Kamerafrau, Filmemacherin und Dozentin. Sie studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, der Bauhaus-Universität Weimar und der Kunstakademie Toulouse, Frankreich. Seit 2015 unterrichtet sie Film im internationalen Masterprogramm Medienkunst an der Universität Weimar. Der teilanimierte Dokumentarfilm
“Chichinette - Wie ich zufällig Spionin wurde” ist ihr dokumentarisches Langfilm-Debüt.

Im Anschluss findet ein Filmgespräch mit Astrid Beyer statt. Sie arbeitet als Kuratorin für das Haus des Dokumentarfilms und veranstaltet den Branchentreff DOKVILLE sowie Meisterklassen.

Eintritt: 7,00 €
Vorverkauf/Reservierung:
Haus des Dokumentarfilms, Teckstr. 62
70190 Stuttgart | Telefon 0711 / 92 93 09 00
(Mo bis Fr 9:00 bis 16:00 Uhr) | hdf@hdf.de
11.11.2021 19:00 Uhr

Gesprächskonzert - Musik an der Grenze des Lebens

Veranstalter:
Haus der Heimat
Ort:
Haus der Heimat
Sonstiges:
Kammermusik und Texte von Opfern des Nationalsozialismus
Theo Bross mit Ensemble
Sprecherin: Prof. Annegret Müller,
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart

Das Stuttgarter Pegasos Ensemble beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Musik, die zwischen den Weltkriegen entstanden ist.
Zusammen mit der Sprecherin Annegret Müller stellen sie Werke für Streichquartett von Erwin Schulhoff und Hans Krása
vor, die beide Opfer des Holocausts wurden.

Eintritt frei
13.11.2021 20:00 Uhr

Konzert - James Whitbourn - Annelies

Veranstalter:
Kammerchor Ba-Wü
Ort:
Leonhardskirche
Sonstiges:
Oratorium nach Texten aus den Tagebüchern Anne Franks
Giorgia Cappello, Sopran
Kammerchor Baden-Württemberg
Kurpfalzphilharmonie Heidelberg
Jochen Woll, Leitung

Das Oratorium „Annelies“ von James Whitbourn entstand in Gedenken an die Tagebücher von Anne Frank und wurde
2005 erstmalig in der Westminster Hall in London uraufgeführt.
Der britische Komponist verbindet zeitgenössische Chormusik mit spätromantischen Elementen und mit der Klezmer Tradition. Dabei verwendet Whitbourn Rückgriffe auf traditionell jiddische Musiken ebenso wie Zitate von Filmmusik und „klassischer“ Musik. Niederländische, englische und deutsche Sprache stehen wie selbstverständlich nebeneinander.
Die Schriftstellerin Melanie Challenger schrieb das Libretto in drei Sprachen. Es beschreibt inhaltlich einen Ausschnitt des Lebensweges der jungen Anne Frank, die mit ihren Tagebüchern ein Synonym für die Unterdrückung und Verfolgung von ausgegrenzten Menschen und dem jüdischen Volk im „Dritten Reich“ werden sollte.
Das Oratorium erzählt die Schlüsselstellen der Tagebücher: Vom Plan, sich zu verstecken über die letzte Nacht zu Hause und die Beschreibung des Lebens im Versteck, den Ängsten bei Luftangriffen der Alliierten, die dennoch immer mit der Hoffnung auf die nahende Befreiung verbunden waren, bis hin zum Verrat durch einen bis heute Unbekannten und der Verschleppung zum Sammellager Westerbork.

Das Werk hat verschiedene Fassungen. Hier ist es zu hören in der Besetzung für Solo-Sopran, Chor, Streichorchester und Kammermusik-Ensemble.
Der Kammerchor Baden-Württemberg wurde 1985 als Junger Kammerchor Baden Württemberg gegründet. Seither zählt er zu den herausragenden Kammerchören im Lande.
Mit ausgewählten Choristen aus ganz Baden-Württemberg können außergewöhnliche und anspruchsvolle Konzertprogramme verwirklicht werden. Schwerpunkt der Arbeit ist die A-cappella-Chormusik sowie die großen Werke der klassischen Chorsinfonik. Gründer und künstlerischer Leiter ist Jochen Woll.

Vorverkauf/Reservierung:
Telefon 0711 / 6 20 61 33
info@kammerchor-bw.de
14.11.2021 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr

Literarischer Spaziergang - Joseph Süß Oppenheimer - Jude, Justizopfer und schillernde Romanfigur

Veranstalter:
litspaz
Ort:
Schillerdenkmal
Sonstiges:
Mit Birger Laing, Führung und Rudolf Guckelsberger, Sprecher

Joseph Süß Oppenheimer war vieles: Er war Vordenker einer neuen Wirtschaftsordnung und skrupelloser Finanzmann,
dabei gutaussehend und charmant. Er war jüdischer Finanzier des katholischen Herzogs Carl Alexander im protestantischen Württemberg. Und er wurde Opfer eines Justizmordes, den die ganze brave, fromme „Ehrbarkeit“ Württembergs billigte und duldete. Später dann wurde Oppenheimer zur Romanfigur und zum Hassobjekt der Nazis in Veit Harlans Film „Jud Süß“.

Der literarische Stadtspaziergang mit Birger Laing und dem Schauspieler Rudolf Guckelsberger führt zu seinen Spuren in
Stuttgart – wo er lebte und wirkte und wo er grausam hingerichtet wurde.

Teilnahmegebühr: 16,00 €
Anmeldung erforderlich bei: Literaturspaziergänge
Mainzer Str. 42 | 71672 Marbach am Neckar
Telefon 07144 / 84 12 16 | info@litspaz.de
18.11.2021 19:00 Uhr

Autorengespräch - Parallelgeschichten

Ort:
Ungarisches Kulturinstitut
Sonstiges:
Péter Nádas im Gespräch mit Dr. Joel Berger

Auf Basis seines Romans „Parallelgeschichten“ wird der ungarische Autor Péter Nádas im Gespräch mit Rabbiner Dr. Joel Berger die Besonderheiten der jüdischen Kultur und Geschichte in Ungarn näher beleuchten.
1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging im Berliner Tiergarten eine Leiche. Mit dieser kriminalistischen Szene beginnt der Roman, eröffnet zugleich aber auch die weitgespannte Suche nach einer düsteren Familiengeschichte, ihrer Schuld und Mitschuld. Ein zweiter Hauptstrang ist die Geschichte der Budapester Familie Lippay-Lehr und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Geschichte verknüpft werden. Die historischen Markierungen sind die ungarische Revolution 1956, die nachrevolutionäre Zeit, der ungarische Nationalfeiertag 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 bis zur Vorkriegszeit der dreißiger Jahre in Berlin.
Der Roman entwirft ein Panorama europäischer Geschichte in einer überwältigenden Fülle von Geschichten, die keine realistische Konstruktion zu einer Geschichte vereinen könnte. Die eine große Metaerzählung des Romans ist die Geschichte
des Körpers, der für Nádas zum Schauplatz der Ereignisse wird. Der männliche und weibliche Körper und seine Sexualität prägen die Realität der Personen, sie sind das „glühende Magma, das in der Tiefe ihrer Seele und ihres Geistes ruhende Zündmaterial“, das die Parallelgeschichten zur Explosion bringen.

Péter Nádas, 1942 in Budapest geboren, ist Fotograf und Schriftsteller. Bis 1977 verhinderte die ungarische Zensur das Erscheinen seines ersten Romans „Ende eines Familienromans“ (dt. 1979). Sein „Buch der Erinnerung“ (dt. 1991) erhielt
zahlreiche internationale Literaturpreise. Zuletzt erschienen der große Roman „Parallelgeschichten“ (dt. 2012) und seine
Memoiren „Aufleuchtende Details“ (dt. 2019).

Für sein Werk wurde Nádas mit zahlreichen renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Budapest und Gombosszeg.

Rabbiner Dr. h.c. Joel Berger wurde 1937 in Budapest geboren und emigrierte 1968 nach Deutschland. Seither war er als Rabbiner in Düsseldorf, Göteborg (Schweden), Bremen und Stuttgart tätig. Er war lange Jahre Hochschuldozent am Ludwig-Uhland-Institut der Universität Tübingen, die ihm auch den Ehrendoktor verlieh. Im Jahr 2001 wurde ihm die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen. 2015 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2017 die Bürgermedaille der Stadt Stuttgart. Er ist Verfasser zahlreicher Veröffentlichungen über Geschichte, Volkskultur und Kulturgeschichte des Judentums.

Eintritt frei