Monitoring/Beobachtung

…Antisemitismus ist mitten im Alltag. Er ist es in Form von Stereotypen, generellen Abwertungen von Jüdinnen und Juden sowie dem Judentum, offenen und subtilen antisemitischen Vorurteilen, oder medialen Bildern. Er kommt im Leben von Menschen als Beleidigung, Beschimpfung in analoger und digitaler Form vor. Er kann einen ganzen Prozess des unerträglichen Ausschlusses aus der Gemeinschaft formieren,… Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland, Ein Studienbericht für den Expertenrat Antisemitismus, Andreas Zick, Andreas Hövermann, Silke Jensen,(Universität Bielefeld), Julia Bernstein(Frankfurt University of Applied Sciences)im April 2017.

Seit 2010 wurden fast 12.000 antisemitische Straftaten von der Polizei erfasst. 2018 waren es bundesweit 1.646 Straftaten, darunter waren 55 Gewalttaten. Experten wiesen darauf hin, dass diese Statistiken Schwächen haben. Polizei und Beratungsstellen kommen meist zu unterschiedlichen Ergebnissen, da die offiziellen Statistiken nur registrierte Fälle beleuchten.
In der folgenden Liste finden sie registrierte Vorfälle von Januar 2019 an, die Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Dokumentation der antisemitsischen Vorfälle wird das Redaktionsteam regelmäßig bearbeiten, fehlende Informationen dürfen sie uns gerne über info[at]stuttgart-aga.de zukommen lassen, dies bitte mit Angabe der Quelle.
17. August 2019 Berlin
Kundgebung gegen möglichen Rudolf-Heß-Marsch. Zu Beginn stört ein Mann die Veranstaltung durch Zwischenrufe, in denen er Juden als “die größten Verbrecher in der Geschichte” bezeichnet.
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02. August 2019 Hamburg
Vorwürfe gegen „Spiegel Geschichte"
Quelle

01. August 2019 Berlin
Israelfeindschaft und Antisemitismus zur Pride Week 2019 in Berlin.
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31. Juli 2019 Berlin
Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin bespuckt.
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28. Juli 2019 Potsdam
Antisemitischer Angriff auf 25-Jährigen, der eine Kippa mit Davidstern trug.
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13. Juli 2019 Freiburg
Antisemitische Bedrohung vor Freiburger Synagoge
Video

12. Juli 2019 Hamburg
„Gegenteil von seriösem Journalismus“ Heftige Kritik am „Spiegel“
wegen Antisemitismus
Spiegelartikel

05. Juli 2019 Baden-Württemberg
Seit April 2018 wurden in Baden-Württemberg von öffentlichen Schulen 27 Vorfälle die antisemitisch begründet waren an die Aufsichtsbehörden gemeldet.
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01. Juli 2019 Berlin
Auf der Stadtautobahn wurde ein als Jude erkennbarer Autofahrer angespuckt, antisemitisch beschimpft und anschließend ausgebremst.
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26. Juni 2019 Horb
In der Gerichtsverhandlung über einen Raubmord vom November 2018, gab ein Zeuge an, dass die Täter im Zuge der Planung ihres Raubes die Tat antisemitisch legitimiert hätten.
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21. Juni 2019 Hamburg
Beim Verlassen des Hamburger Rathauses sind ein hoher jüdischer Geistlicher sowie ein Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Hamburg von einem Mann angegriffen, übelst beschimpft und bespuckt worden.
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19. Juni 2019 Berlin
Ein Amerikaner ist im Stadtteil Steglitz von drei Männern nach seiner Religion gefragt worden. Nachdem er sich als Jude zu erkennen gab, wurde er von den Männern geschlagen.
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15. Juni 2019 Berlin
In der Nacht von Sonntag auf Montag hat ein Unbekannter in Prenzlauer Berg einen jungen Mann, der eine Kippa trug, antisemitisch beleidigt und anschließend bespuckt.
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02. Mai 2019 Bonn
An mindestens sechs Stellen wurde an der Bonner Rheinpromenade mithilfe von Graffitischablonen („Stencils“) Werbung für die Webseite eines englischen Verlags angebracht, welcher geschichtsrevisionistische Videos sowie Bücher bekannter Schoa-Leugner vertreibt.
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27. April 2019 Berlin
"Ein Unbekannter hat in Berlin-Charlottenburg einen 31-Jährigen mit Kippa antisemitisch beschimpft und bedroht, wie die Polizei am Samstag mitteilte. (...) Der Unbekannte beschimpfte und bedrohte den Israeli, stieg dann mit einem weiteren Mann in ein Taxi und fuhr weg."
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14. April 2019 Oberhausen
"Die Jüdische Gemeinde ärgert sich über zwei Aufkleber, die Unbekannte in direkter Nähe der Gemeinderäume am Friedensplatz angebracht haben. Auf den Stickern prangte die Forderung, die bekannte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck zu rehabilitieren. Der Inhalt ist somit eindeutig als antisemitisch einzustufen."
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12. April 2019 Berlin
"Ein Mann soll sich gestern Nachmittag in Mitte wiederholt antisemitisch geäußert haben. Kurz vor 16 Uhr lief ein 20-Jähriger den Bahnsteig des U-Bahnhofes Alexanderplatz, Linie U5, entlang und soll dabei lautstark antisemitische Äußerungen, begleitet von islamischen Gebetsrufen von sich gegeben haben. Zwei Zeugen hielten den Mann fest und alarmierten die Polizei. Die Einsatzkräfte brachten den 20-Jährigen in ein Gewahrsam, wo er nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Der Polizeiliche Staatschutz beim Landeskriminalamt ermittelt.
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10. April 2019 Michelstadt
"Mit einem spiegelverkehrten Hakenkreuz haben Unbekannte eine Wand der Michelstädter Synagoge in der Mauerstraße beschmiert. Polizeibeamte hatten das Nazi-Symbole gegen 1 Uhr in der Nacht zum Mittwoch entdeckt."
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08. April 2019 Berlin
"Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen zu einer antisemitischen Beleidigung gestern Nachmittag in Prenzlauer Berg. Ersten Ermittlungen zufolge sollen die Rettungskräfte gegen 15 Uhr zu einem 56-Jährigen wegen einer Kopfplatzwunde in die Paul-Grasse-Straße alarmiert worden sein. Dort eingetroffen, wollte sich der Mann nicht behandeln
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08. April 2019 Berlin
"In Charlottenburg wurde gestern Abend ein Kneipenwirt nach einer Beleidigung und Zeigen des sogenannten Hitlergrußes vorläufig festgenommen. Zeugenaussagen zufolge soll der 54-Jährige gegen 20.40 Uhr in dem Lokal in der Zillestraße mit zwei Gästen, beide 56 Jahre alt, in Streit geraten sein und sie fremdenfeindlich und antisemitisch beleidigt haben. Anschließend soll er seinen rechten Arm zu dem verbotenen Gruß gehoben und einen Gast bespuckt
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08. April 2019 Dortmund
"Auf dem Weg zum Amsterdamer Flughafen zeigte die Gruppe beim Einsteigen in einen Fernbus der Firma Flixbus ihre Fahrkarten. „Als die Busfahrer unsere israelischen Pässe sahen, wurden sie sofort aggressiv und haben uns erniedrigt“, erzählt Reiseleiter Itamar Eli WELT. Kurz darauf habe ein Busfahrer den Israelis verboten, Essen mit auf die Fahrt zu nehmen. Und zwar im Gegensatz zu allen anderen Fahrgästen, von denen viele Speisen mitgenommen.
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07. April 2019 Gelsenkirchen
"(...) Während derlei Beschimpfungen in einem Fußballstadion noch unter "normal" zu verbuchen sind, wird es im Folgenden einfach nur noch ekelerregend." Schafft die Scheiße ab, sonst werdet ihr alle vergast. Juden! Stecht sie alle ab. Bringt sie alle um!" Der Tiefpunkt einer Tirade, die hoffentlich auch juristisch Konsequenzen haben wird."
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09. März 2019 Berlin
"Ein Twitter-User, der sich als Union-Fan ausgibt, veröffentlichte nach der Roten Karte gegen den Israeli Almog Cohen (30) seinen widerlichen Judenhass. Der User, der sich hinter dem Pseudonym @evermore83 versteckt, nennt Cohen in seinen Tweet „Scheiss Judenvieh“, schreibt, „Ab in die Kammer mit Dir“ und endet mit U.N.V.E.U. (Und Niemals Vergessen Eisern Union)."
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07. März 2019 Bamberg
"Nach einem Angriff mit ätzender Flüssigkeit auf eine 65-Jährige in Bamberg hat die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) die Ermittlungen übernommen. Ein antisemitischer Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden, erklärte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München, bei der die Zentralstelle angesiedelt ist. Er betonte aber, dass der Fall noch völlig offen sei."
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04. März 2019 Chemnitz
"In Chemnitz sind nahe der Synagoge zwei Straßenschilder abgerissen und eines verbogen worden. Der Namensgeber der Straße, Hugo Fuchs, war über 30 Jahre Rabbiner der Jüdischen Gemeinde."
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25. Februar 2019 Bonn
"Antisemitische Schmierereien sowie radikale Propaganda zu unterschiedlichen politischen Themen wurden am Wochenende auf den Asphalt des Rheindeichs in Schwarzrheindorf gesprüht. Ulrich Meier von der Brotfabrik hatte die Schmierereien am Sonntagmorgen entdeckt und das Ordnungsamt informiert."
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26. Februar 2019 Schlüchtern
"Was zunächst wie ein Versehen wirkte, beschäftigt jetzt den Staatsschutz. Vor einer Polizeistation in Schlüchtern waren am Holocaust-Gedenktag die Bundes- und die Landesflagge auf dem Kopf stehend gehisst worden."
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18. Februar 2019 Blumenthal
"Unbekannte haben am Wochenende in Blumenthal eine Haustür, ein Garagentor, einen Briefkasten und ein Autokennzeichen mit Hakenkreuzen beschmiert. (...) Eine Anwohnerin hörte in der Nacht zu Freitag eine männliche, lallende Stimme, die „komm raus, komm raus, oder ich steche Dich ab, Jude, Jude“, rief."
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14. Februar 2019 Berlin
"In der Nacht zum 11. Februar 2019 wurde das Plakat das zu der Buchlesung mit der jüdischen Schriftstellerin und Bloggerin Juna Grossmann einlädt zerstört. Es geht in der Lesung um die Auseinandersetzung mit dem alltäglichen Antisemitismus in Berlin."
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13. Februar 2019 Strasburg
"Nach der gewaltsamen Beschädigung sogenannter Stolpersteine in Strasburg (Vorpommern-Greifswald) fahndet der Staatsschutz weiter nach Tätern. Die Suche sei bisher ohne Erfolg geblieben, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch in Neubrandenburg sagte. Am Vortag war bekannt geworden, dass Unbekannte erneut Gedenk-Pflastersteine in der Stadt geschändet hatten."
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08. Februar 2019 Frankfurt/Main
"Zu einem krassen, höchstwahrscheinlich antisemitisch motivierten Angriff ist es nach Polizeiangaben am Donnerstagvormittag in Schwanheim gekommen. Wie die Polizei mitteilt, waren neun Schüler einer Schulklasse, einer davon jüdischen Glaubens, mit der Trambahnlinie 12 in Richtung Schwanheim unterwegs zu einer Beerdigung."
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01.Februar 2019 Berlin
„Vom Balkon herunter pöbelte in der vergangenen Nacht ein Mann in Tegel. Ersten Erkenntnissen zufolge stand der Mann gegen 23.15 Uhr auf dem Balkon seiner Wohnung an der Schlieperstraße. Auf der Straße vor dem Haus hielten sich drei Männer im Alter von 21, 22 und 24 Jahren auf, welche er vom Balkon herunter fremdenfeindlich und antisemitisch beleidigt haben soll. Alarmierte Einsatzkräfte suchten daraufhin die Wohnung des Mannes auf, welcher auch die Beamtinnen und Beamten sogleich beleidigt und bedroht haben soll. Gemeinsam brachten sie den 34-Jährigen zu Boden und fesselten ihn. Als er sich wieder beruhigt hatte und die Identitätsfeststellung abgeschlossen war, wurde er in seiner Wohnung auch wieder entlassen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Bedrohung, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und der Beleidigung führt der Polizeiliche Staatsschutz.“
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26. Januar 2019 Berlin
"Unbekannte beschädigten die „Stele Karl Wolffsohn“ in Gesundbrunnen. Ein Zeuge stellte das beschädigte Glas der Gedenktafel gestern Mittag gegen 13 Uhr in der Behmstraße fest und benachrichtigte die Polizei. Es wurden Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung aufgenommen."
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25. Januar 2019 Lange
"Auf Bahnsteig 1 beleidigte ein 26-jähriger Mann aus Langen einen etwa 80 Jahre alten Juden und benutzte nach Angaben des 48-Jährigen das Wort Jude als Schimpfwort. (...) Er ist entsetzt über die fehlende Zivilcourage der Langener. „Dass niemand etwas sagt oder einschreitet, macht mich fassungslos. Es gab 15, 20 Menschen, die haben weggesehen"."
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13. Januar 2019 Berlin
„Von einem Unbekannten wurde ein Mann gestern Abend in Nikolassee antisemitisch beleidigt. Kurz nach 20 Uhr befand sich der 19-Jährige am S-Bahnhof Nikolassee, als der Unbekannte ihn in hebräischer Sprache beleidigte und anschließend einen Stein nach ihm geworfen und verfehlt haben soll. Der junge Mann jüdischen Glaubens trug zum Tatzeitpunkt eine Kippa. Vor Eintreffen der alarmierten Polizisten entfernte sich der Tatverdächtige unerkannt. Der Polizeiliche Staatschutz beim Landeskriminalamt führt die Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung und der antisemitischen Beleidigung.“
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10. Januar 2019 Berlin
„Weil ein Mann in der vergangenen Nacht seinen Nachbarn in Friedrichsfelde antisemitisch beleidigt haben soll, führt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die weiteren Ermittlungen zu dem Sachverhalt. Gegen 22.15 Uhr soll der 54-Jährige seinen 38-jährigen Nachbarn bei einem Streit in einem Wohnhaus in der Baikalstraße antisemitisch beleidigt haben. Während der Sachverhaltsaufnahme durch die hinzugerufenen Polizisten soll der Mann wiederholt antisemitische Beschimpfungen von sich gegeben haben. Anschließend soll er sich in seine Wohnung zurückgezogen haben. Er muss sich nun wegen des Verdachts der Beleidigung verantworten.“
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