Jüdische Gedenk- und Feiertage

Jüdische Feiertage beginnen bereits am Vorabend und enden am nächsten Tag kurz nach Einbruch der Dunkelheit.

An den biblischen Feiertagen und am Schabbat herrschen Werkverbote, d.h. es dürfen keine Arbeiten verrichtet und kein Feuer gemacht werden; es wird nicht gekocht, nicht telefoniert, nicht ferngesehen etc.
Chanukka
das achttägige Tempelweihfest gehört zu den freudigen Gedenktagen, nicht zu den biblisch vorgeschriebenen Feiertagen. Es erinnert an den erfolgreichen Aufstand der Makkabäer gegen die hellenistische Herrschaft und die im Jahre 165 v.u.Z. erfolgte Wiedervereinigung des geschändeten Tempels in Jerusalem.
Jom HaAzma’ut
An Jom HaAzma’ut wuird der Unabhängigkeitstag des Staates Israel im Jahre 1948 gefeiert.

Jom HaSchoa
Seit 1951 gedenkt man am 27. Nissan in Israel und den jüdischen Gemeinden in der Welt mit Jom HaSchoa der Opfer der Schoa und der Widerstandskämpfer in den Ghettos.

In Israel ertönen im Laufe des Vormittags landesweit Sirenen, und das öffentliche Leben ruht für zwei Minuten. An der jährlichen Gedenkzeremonie, die von der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem veranstaltet wird, nehmen auch Vertreter der israelischen Regierung teil. Dabei wird auch der nichtjüdischen Helden gedacht, die durch den Einsatz ihres Lebens Juden während des Nationalsozialismus gerettet haben.

Jom Kippur
Jom Kippur ist neben dem Schabbat der strengste Fasten- und wichtigste Feiertag im Judentum. An diesem Tag wird nach talmudischer Tradition das Urteil über den Menschen, das am Neujahrsfest, dem Tag des Gerichts, gefällt wurde, besiegelt und bekommt damit Gültigkeit. Der Versöhnungstag soll dazu dienen, den Menschen zu entsühnen, ihn die göttliche Verzeihung für seine Missetaten erlangen zu lassen.
Pessach
An Pessach wird der Befreiung aus der Sklaverei und des Auszugs aus Ägypten gedacht.
Purim
Purim ist ein freudiger Gedenktag, dessen Beachtung nicht biblisch vorgeschrieben ist, er wird zur Erinnerung an die Errettung der Juden in Persien gefeiert.
Rosch Haschana
An Rosch Haschana feiern Juden zwei Tage lang Neujahr. Das Neujahrsfest ist ein ernster Feiertag. Der Name Neujahr kommt in der Bibel nicht vor, und auch in den Gebeten dieses Festes ist kaum davon die Rede. Im Festsegen – und auch sonst – wird vom „Tag der Erinnerung“ oder „Tag des Posaunenschalls“ gesprochen.
Schabbat
Der Schabbat ist der siebte Wochentag, und die Juden feiern das Ruhen Gottes am siebten Tag der Schöpfung. Der Schabbat beginnt am Freitagabend mit dem Sonnenuntergang und endet am Samstagabend. Orthodoxe Juden achten darauf, am Schabbat zu ruhen und nicht zu arbeiten. Sämtliche Haushaltsarbeiten werden also vorher erledigt. Am Schabbat darf, egal durch welche Handlung, keine neue Situation geschaffen werden. Strenggläubige Juden fahren deshalb auch kein Auto und betätigen keinen Lichtschalter oder Herd.
Schawuot
Schawuot ist ein Wochenfest und findet am am 6. und 7. Siwan statt. Das fest hat eine doppelte Bedeutung, eine auf die Natur bezogene und eine historische.
In biblischer Zeit war es das „Fest der Erstlinge“ und es wurden an diesem Tag im Tempel zwei Weizenbrote aus dem Mehl der neuen Ernte geopfert. Auch die erste Ernte anderer bäuerlicher Erzeugnisse durfte erst von da an als Opfer dargebracht werden. Daran erinnert heute noch der Brauch, die Synagogen an Schawuot mit frischem Grün und Blumen auszuschmücken.
Von größerer Bedeutung ist jedoch der religiös-historische Inhalt des Festes geworden. Nach der talmudischen Überlieferung ist Schawuot die Zeit der Verkündung der zehn Gebote am Berg Sinai.
Sukkot
ist das Laubhüttenfest, eines von drei jüdischen Wallfahrtsfesten und erinnert an die Wanderung in der Wüste nach dem Auszug aus Ägypten, in der die Israeliten in Hütten gelebt haben.

Schemini Azeret
Der erste Tag des Schlussfestes Schemini Azeret widemte sich nach der Tora- und Prophetenlesung mit einer Seelenfeier dem Gedenken der Toten .
Schemini Azeret markiert den Winterbeginn.

Simchat Tora
Mit dem zweiten Tag des Schlussfestes Simchat Tora endet der jährliche Zyklus der Lesung der Toraabschnitte, und die Lesungen der Tora beginnen wieder von vorne.
Tu Bischwat
Das Neujahrsfest der Bäume ist ein nichtbiblischer Halbfeiertag. Hintergrund ist das Gebot im 3. Buch Moses 19, 23 – 25, die Früchte von neugepflanzten Bäumen drei Jahre lang nicht zu essen und sie erst im fünften Jahr zu verzehren.